Akne und Pickel durch Schokolade – der Faktencheck
Schokolade wird oft mit unreiner Haut, Akne und Pickeln in Verbindung gebracht. Doch welche der drei Hauptzutaten Kakao, Zucker und Milch ist wirklich problematisch?

Inhaltsverzeichnis
Lesedauer: 7 Minuten
Ist Kakao ein Auslöser für Akne und Pickel?
Der Kakao in Schokoladenprodukten steckt voller wertvoller Nährstoffe für die Haut. Jedoch verarbeiten viele Hersteller von Schokoladenprodukten heutzutage mehr Zucker, Milch und andere Füllstoffe, um die Produktionskosten zu senken und damit die Gewinnmarge von Schokolade zu maximieren. Wähle am besten immer eine Schokolade mit möglichst hohem Kakaoanteil.

Kakao als Wohltuer für die Haut
Reiner Kakao wirkt entzündungshemmend und enthält wertvolle Mineralien wie Magnesium, Kalzium, Zink, Kupfer und Vitamin E. Diese Antioxidantien schützen deine Haut vor der Alterung und fördern die Zellregeneration. Besonders wertvoll ist der Kakao in Bioqualität, da dieser auf nährreichen Böden angebaut wurde (vgl. Meier (2024): Schokolade – Die Nascherei mit verborgenen Vorteilen).
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Hautprobleme durch fermentierten Kakao bei Histaminintoleranz
Bei hochwertigen Kakaoprodukten wird die Kakaomasse mehrere Tage lang fermentiert, um das Aroma zu verfeinern. Die Schokolade wird durch die Fermentation sozusagen veredelt, was für Schokoladen-Liebhaber die Qualität der Schokolade erhöht (vgl. Zotter (2016): Kakao-Fermentation: Sorgfalt hat ihren Preis). Jedoch hat die Fermentation auch Nachteile, denn es entstehen dabei beträchtliche Mengen an Histamin. Bei Betroffenen einer Histaminintoleranz kann dies zu massiven Hautproblemen führen (vgl. Beutling (1996): Biogene Amine in der Ernährung, S. 170 f.)
Es ist leider bei den meisten Schokoladenprodukten nicht erkennbar, wie der Kakao genau verarbeitet wurde. Solltest du unter einer Histaminintoleranz leiden, empfehle ich dir deshalb selbst auszuprobieren, welche Schokoladenprodukte du verträgst. Jedoch kannst du davon ausgehen, dass bei günstigen Schokoladensorten der Kakao meistens gar nicht fermentiert, sondern einfach nur getrocknet und geröstet wurde. Auf meiner Website erfährst du mehr über das Thema Histaminintoleranz und histaminarme Ernährung.
Schokolade enthält meistens auch Sojalecithin als Emulgator, dieser ist aber im Gegensatz zu anderen Soja-Produkten histaminarm und gut verträglich bei Histaminintoleranz (vgl. Grauer-Stojanovic (2021): Einfach erklärt: Darum ist Sojalecithin histaminarm)
Nachdem du nun weißt, dass Kakao an sich sehr positive Eigenschaften hat und deiner Hautgesundheit nicht schadet, möchte ich nun auf die anderen beiden Hauptzutaten in Schokolade eingehen, nämlich weißer Zucker und Milch.
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Zucker als Nährstoffräuber und Auslöser für Akne
Industrieller Zucker kann durch seinen hohen glykämischen Index (GI) deine Talgproduktion ankurbeln, deinen Körper übersäuern und Entzündungen fördern. Wähle deshalb immer eine Schokolade mit möglichst niedrigem Zuckeranteil bzw. nur natürlichem Zucker zum Beispiel aus Datteln.

Haushaltszucker übersäuert und fördert Entzündungen
Weißer Haushaltszucker besteht aus einfachen Kohlenhydraten, genauer gesagt zu gleichen Teilen aus Glucose und Fructose. Auch Obst enthält Glucose und Fructose, die jedoch zusammen mit Vitaminen, Mineralien, Ballaststoffen und sekundären Pflanzenstoffen aufgenommen werden. Obst enthält zwar Zucker, gehört aber zu den basischen Lebensmitteln, die deine Haut zu Strahlen bringen.
Anders als der natürliche Zucker in Obst, gehört weißer Haushaltszucker zu den schlechten Säurebildnern, weil er keine Mikronährstoffe mehr enthält. Eines der ersten Anzeichen von Übersäuerung ist eine blasse, unreine und schlecht durchblutete Haut. Auf meiner Website erfährst du mehr über die Vorteile der basischen Ernährung für deine Haut.
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Erhöhte Talgproduktion durch isolierte Glucose
Abgesehen davon, dass weißer Haushaltszucker deinen Körper übersäuert und ihm keine Nährstoffe zur Verfügung stellt, führt die isolierte Glucose auch zu einem starken und schnellen Anstieg deines Blutzuckerspiegels. Um die aufgenommene Glucose schnell aus der Blutbahn zu schaffen, stößt deine Bauchspeicheldrüse das Hormon Insulin aus. Insulin sorgt dafür, dass der Blutzuckerspiegel wieder sinkt und der Zucker aus der Blutbahn in die Körperzellen gelangt, wo er in Energie umgewandelt wird.
Ein plötzlicher Insulinausstoß bringt einige Probleme mit sich. Zum einen regt Insulin die Produktion von männlichen Hormonen an, sogenannten Androgene. Diese wiederum kurbeln die Talgproduktion an und verschlimmern dadurch Akne und Mitesser. Zum anderen fördert Insulin aber auch die Freisetzung von Wachstumsfaktoren, die die Zellteilung der Oberhaut anregen. Es entstehen übermäßig viele neue Zellen an der Epidermis, sogenannte Keratinozyten. Eine Verhornung der Oberhaut ist die Folge, wodurch der Talg nicht mehr abfließen kann und entzündete Pickel entstehen. Insulin wird außerdem mit der Entstehung von chronischen Entzündungen in Verbindung gebracht, was die Hautprobleme weiter verschlimmert (vgl. Rehberg (2024): Akne natürlich behandeln).
Hautprobleme durch isolierte Fructose
Anders als Glucose wird Fructose durch die Leber verstoffwechselt und führt deshalb nicht zu einem rapiden Insulinausstoß. Jedoch leiden immer mehr Menschen unter einer Fructoseintoleranz, bei der der aufgenommene Fruchtzucker nicht verwertet werden kann (vgl. Rehberg (2024): Fructoseintoleranz – Wenn Fruchtzucker nicht vertragen wird). Akne und andere Hautprobleme können die Folge sein. Problematisch ist vor allem die isolierte Fructose, die vor allem in industriell hergestellten Süßigkeiten, Softdrinks und Fertiggerichten zu finden ist.
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Pickel und Akne durch Milch in Schokolade
Milchprodukte sind in vielerlei Hinsicht problematisch bei Akne. Zum einen übersäuern sie den Körper und fördern Entzündungen. Zum anderen kann die enthaltene Laktose bei entsprechende Unverträglichkeit ebenfalls Akne auslösen. Zusätzlich enthält Milch Hormone und Antibiotika, was zu hormonellen Ungleichgewichten und Akne und einer gestörten Darmflora führen kann. Inzwischen sind viele pflanzliche Schokoladen auf dem Markt, die ganz ohne Milchprodukte auskommen.

Milch übersäuert und fördert Entzündungen
Eine weitere potentiell schädliche Zutat in Schokolade ist Milch. Milch wird oftmals als wichtiges Lebensmittel für die Kalziumversorgung dargestellt, obwohl wissenschaftlich hinreichend belegt ist, dass Milchprodukte trotz ihres hohen Kalziumgehaltes den menschlichen Körper übersäuern (vgl. Rehberg (2024): Saure und basische Lebensmittel) und entzündungsfördernd sind (vgl. Bracht (2023): Entzündungshemmende Lebensmittel) Milch enthält keine Ballaststoffe und kann das Mikrobiom im Darm und damit auch die Hautgesundheit negativ beeinflussen (vgl. Rehberg (2024): Joghurt: Doch nicht so gesund).
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Hautprobleme durch Milch bei Laktoseintoleranz
Darüber hinaus enthalten Milchprodukte den Milchzucker Laktose, den jeder fünfte Deutsche nicht verträgt und aufgrund eines Mangels am Enzym Laktase nicht verdauen kann. Während eine Kuhmilchallergie eher bei Säuglingen auftritt, sind besonders Erwachsene von der Laktoseintoleranz betroffen, da die Laktaseaktivität genetisch bedingt bei Betroffenen im Laufe des Lebens immer weiter abnimmt (vgl. Körner (2021): Nahrungsmittelallergien und -unverträglichkeiten, S. 334).
Zu den typischen Symptomen einer Laktoseintoleranz gehören ein aufgeblähter Bauch, Völlegefühl, Unterbauchschmerzen, starke Blähungen, Durchfall, Übelkeit, Erbrechen und manchmal auch Verstopfung (vgl. Thiel (2004): Der große TRIAS-Ratgeber, S. 31). Laktoseintoleranz und Milchallergie können ebenfalls Hautkrankheiten wie Akne, Neurodermitis, Rosazea und Dermatitis begünstigen.
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Darmprobleme durch Antibiotika in Milch
Vielen Konsumenten von Milchprodukten aus der konventionellen Massentierhaltung ist nicht bewusst, dass sie täglich auf indirektem Wege über die Nahrung Antibiotika zu sich nehmen. 73 % aller weltweit verkauften Antibiotika werden für Tiere genutzt, nicht für kranke Menschen. 35 von 44 Abwasserproben von Schlachthöfen enthielten bei Untersuchungen antibiotikaresistente Keime. In 8 Proben wurden sogar Resistenzen gegen das Reserveantibiotikum Colistin festgestellt (vgl. Dohrmann (2022): Massenhaft). Antibiotika töten unser gesundes Mikrobiom im Darm und schädigen damit auch unsere Haut.
Akne durch Hormone in Milchprodukten
Kuhmilch dient eigentlich dazu, ein Kälbchen zu ernähren und enthält entsprechend viele Wachstumshormone. Diese Hormone stimulieren die übermäßige Zellteilung, die Talgproduktion und die Androgenproduktion im menschlichen Körper, was zu Hautproblemen führen kann (vgl. Rehberg (2024): Akne natürlich behandeln)
Neben Antibiotika werden bei Milchkühen auch Hormone zum „strategischen Fruchtbarkeitsmanagement“ eingesetzt (vgl. Drillich (2011): Anwendung von Hormonen bei Milchkühen). Sexualhormone, die über tierische Produkte aufgenommen werden, können dein körpereigenes, sehr empfindliches, hormonelles Gleichgewicht aus der Balance bringen und dadurch zu hormoneller Akne und anderen hormonell bedingten Gesundheitsproblemen führen.
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Darüber hinaus nehmen wir auch die Stresshormone der Tiere auf. Wird ein Kälbchen gleich nach der Geburt von seiner Mutter getrennt, weil die Milch abgepumpt und an Menschen verkauft werden soll, entsteht massiver Stress sowohl bei Mutter als auch beim Kälbchen (vgl. Welttierschutzgesellschaft e. V. (2019): Mutter-Kalb-Trennung bei Milchkühen).
Dazu kommt noch, dass die meisten Nutztiere in der konventionellen Tierhaltung allgemein nicht artgerecht gehalten werden. Zum Beispiel haben die meisten Nutztiere keinen Zugang zu Außengehegen und werden auf engstem Raum eingepfärcht (vgl. Dohrmann (2022): Massenhaft). Stresshormone wie Cortisol stimulieren bei uns Menschen die Talgdrüsen und wirken sich entzündungsfördernd auf die Haut aus, was Akne und andere Hautkrankheiten verschlimmern kann. Erfahre hier mehr darüber, wie Stress deine Haut negativ beeinflusst.
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Fazit
Je mehr reinen Kakao eine Schokolade enthält, desto gesünder ist sie auch für deine Haut. Weiße Schokolade, die gar keinen Kakao enthält, dafür aber umso mehr Milch und Zucker, solltest du am besten vermeiden. Ich empfehle dir, nur noch vegane Schokolade mit hohem Kakaoanteil und natürlichem Zucker aus Datteln zu genießen.
Welche Erfahrung hast du mit Schokolade gemacht? Welche verträgst du besonders schlecht oder gut? Schreibe gerne in die Kommentare!
Herzliche Grüße von Nicole
Quellen
Beutling, Dorothea M. (Herausgeber) / A. A. Askar / G. S. Barolin / H. W. Bergmann / D.M. Beutling / A. S. C. Dross / G. Kielwein / G. R. Schlenker / H. Treptow / R. Wittkowski (1996): Biogene Amine in der Ernährung, 1. Auflage, Berlin: Springer Verlag
Dohrmann, Annette (2022): Massenhaft, Öko-Test Magazin 7-2022, Seite 40-41
Drillich, Marc (2011): Anwendung von Hormonen bei Milchkühen, URL: https://raumberg-gumpenstein.at/jdownloads/Tagungen/Tagungen_zur_tieraerztlichen_Bestandsbetreuung/Tagung_Tieraerztliche_Bestandsbetreuung_2011/3t_2011_drillich.pdf (Abrufdatum 4.9.2024)
Grauer-Stojanovic, Stefanie (2021): Einfach erklärt: Darum ist Sojalecithin histaminarm, URL: https://www.kochtrotz.de/sojalecithin-ist-histaminarm/ (Abrufdatum 4.9.2024)
Körner, Ute / Astrid Schareina (2021): Nahrungsmittelallergien und -unverträglichkeiten – Diagnostik, Therapie und Beratung, 2. Auflage, Stuttgart: Thieme Verlag
Meier, Susanne (2024): Schokolade – Die Nascherei mit verborgenen Vorteilen, URL: https://www.zentrum-der-gesundheit.de/ernaehrung/lebensmittel/schokolade/schokolade (Abrufdatum 4.9.2024)
Rehberg, Carina (2024): Fructoseintoleranz – Wenn Fruchtzucker nicht vertragen wird, URL: https://www.zentrum-der-gesundheit.de/krankheiten/allergien-intoleranzen/intoleranzen/fructoseintoleranz (Abrufdatum 4.9.2024)
Rehberg, Carina (2024): Joghurt: Doch nicht so gesund, URL: https://www.zentrum-der-gesundheit.de/ernaehrung/lebensmittel/milchprodukte/joghurt (Abrufdatum 4.9.2024)
Rehberg, Carina (2024): Saure und basische Lebensmittel, URL: https://www.zentrum-der-gesundheit.de/ernaehrung/ernaehrungsformen/basenueberschuessige-ernaehrung/saure-und-basische-lebensmittel (Abrufdatum 4.9.2024)
Rehberg, Carina (2024): Akne natürlich behandeln, URL: https://www.zentrum-der-gesundheit.de/krankheiten/hauterkrankungen/akne-uebersicht/akne (Abrufdatum: 4.9.2024)
Thiel, Dr. med. Claudia (2004): Der große TRIAS-Ratgeber Nahrungsmittel-Allergien, 1. Auflage, Stuttgart: TRIAS Verlag in MVS Medizinverlage
Welttierschutzgesellschaft e. V. (2019): Mutter-Kalb-Trennung bei Milchkühen, URL: https://welttierschutz.org/wp-content/uploads/2019/06/Positionspapier-Mutter-Kalb-Trennung.pdf (Abrufdatum 4.9.2024)
Zotter, Josef (2016): Kakao-Fermentation: Sorgfalt hat ihren Preis, URL: https://www.zotter.at/blog/kakao-fermentation-sorgfalt-hat-ihren-preis (Abrufdatum 4.9.2024)
